10.02.2016

Doeppekooche aus der Eifel.

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Doeppekooche aus der Eifel.Edyta Guhl.
Heute möchte ich Euch ein Rezept aus meiner Wahlheimat Eifel vorstellen. Zuerst für alle, die wie ich früher nicht wissen, wo Eifel liegt, eine kurze Erklärung. Eifel ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und liegt zwischen Aachen im Norden, Trier im Süden, Koblenz im Osten und auf den belgischen und luxemburgischen Gebieten im Westen.
Bekannt ist die Eifel durch Gerolsteiner Sprudel, Bitburger Bier, Eifeler Schinken, Vulkane, Maare, wunderschöne Wanderwege oder Nürburgring. Wer wissen will, was Eifelgold ist, soll uns ab Mitte Mai besuchen. Tausende zarte, gelbe Ginster- Blüten leuchten um die Wette. Der felsige, karge Boden lässt den Ginster hier schön wachsen, aber eben dieser Boden und die Witterung, waren schon immer Gründe für schlechte Ernten in der Eifel. Hunger und Armut haben diese Gegend über Jahre geprägt und Eifel wurde als Preußisch Sibirien bezeichnet. Es gab keine bedeutenden Rohstoffe oder Bodenschätze und die Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. Schlechtes Wetter, zu hohe Niederschläge und niedrige Temperatur haben oft zu Missernten geführt. Die Ernährung war sehr schlicht. Kartoffeln, Weißkohl( Kappes), gekochte Beeren und Früchte kamen oft auf den Tisch. Fleisch gab es selten. ,, Täglich Brei und nix dabei“ lachten die reichen Rheinländer über die Eifel-Küche.
 Zurück zu meinen Recherchen. Viel habe ich von den berühmten Eifeler Buchweizen- Knödeln gehört, leider habe ich sie nie gegessen. In einer alten Dorfschänke, tief in der Eifel, saßen die Einheimischen gemütlich bei einem Stubbi und erzählten Geschichten von früher. ,, Ja, die besten Kniedeln hat Johanns seine Frau gemacht, Johann, der hatte doch eine Mühle. So lecker Kniedeln hast du nicht mal in Köln bekommen. Mit Zwiebeln und Schonk hat sie die Kniedeln gebraten. Ganz juut.``
Ob ich ein Rezept haben könnte?
,, Ein Rezept? Es gab kein Rezept. Diese fleißige Frau hat Mehl mit Wasser gerührt und fertig waren die Kniedeln. Viel Zeit gab es damals nicht. Man musste hart arbeiten. Und die Kinder hatten immer Hunger.“
Und heute, kocht ihr die Knödeln auch heute?
Jupp* macht ein verlegenes Gesicht:
,, Nein, nicht mehr. Sie sind nicht mehr modern. Es war ein Arme-Leute-Essen. Wir haben die Kniedeln gern gegessen aber mein Junge...Mein Junge wollte keine Kniedeln. Er sagte: ,, Die Kinder von dem dicken Bauer essen Butterschmier mit Schonk und trinken schwarzen Kaffee von Luxemburg und bei uns nur Kniedeln und Muckefuck“. Recht hatte er.“
Jupp trinkt seinen Korn aus und steht auf : ,, So, ich muss noch nach dem Holz kucken. Man sieht sich“. Schon wieder muss ich an den Satz denken: rau und herzlich ist das Wetter in der Eifel, genauso wie seine Einwohner.
Der Gedanke an Knödeln macht mich hungrig. Es muss aber ein anderes Rezept geben, was ich Euch heute zubereiten kann. Der alte Nikla denkt nach: ,, Mein Mom machte immer Doeppekooche... Dat is was Feines, mach Doeppekooche. Mit Ääpelkompott. Ich weiß, wie dat geht.“
Und schon notiere ich auf einem Bierdeckel das einfache Rezept. Man braucht nicht viel. Kartoffeln, Zwiebeln, Eier und kein Fleisch. Lecker. Ich wünsche Euch : Guten Appetit. Oder wie man in der Eifel sagt: Guten Hunger!

Doeppekooche aus der Eifel:


1 kg Kartoffeln
2 Eier
2 Zwiebeln
Salz, Pfeffer, Muskat
etwas Fett
2 EL Haferflocken

Kartoffeln waschen, schälen und mit einer Reibe fein raspeln. Was übrig bleibt, kann man grob raspeln. So bleiben die Finger heil. Kartoffelmasse noch etwas ausdrücken, Flüssigkeit wegschütten. Zwiebeln fein raspeln. Jetzt die Eier und Haferflocken dazu geben und alles miteinander verrühren. Die Kartoffelmasse mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Einen Bräter einfetten und den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Kartoffelmasse in den Bräter einfüllen und den Doeppekooche etwa 2 Stunden ohne Deckel backen. Mit Ääpelkompott, Entschuldigung, mit Apfelkompott servieren. Und dann guten Hunger :-)
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Leckere Rezepte aus der Eifel.Edyta Guhl.

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Dann guten Hunger!

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Meine Wahlheimat- Eifel.

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Ein Spaziergang durch Schwirzheim.( E. Guhl)

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Typische Architektur in der Eifel.( E. Guhl)

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Schaftkreuz von ca. 1760.( E. Guhl)

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Schwirzheim- Blick auf die St. Margareta Kirche.( E.Guhl)

 * Die dargestellten Personen sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen wären rein zufällig. Alle beschriebenen Handlungen sind zwar an die Realität angelehnt, beziehen sich aber nicht auf konkrete Begebenheiten ;-)

Kommentare:

  1. Liebe Edyta,
    ich bin begeistert, Deine Vorstellung der Eifel, die Dialoge, das herrlich einfache Kartoffelgericht, einfach nur perfekt, es stand direkt vor meinen Augen. Jeder Landstrich, auch hier in der Westpfalz, schenkt uns diese schlichten Rezepte, häufig aus der Not geboren, dabei sind sie überaus lecker. Wir essen ein ähnliches Gericht, den Schales oder im Saarland nennt man es Dippelappes, auch gerne mit Apfelmus oder grünen Salat.
    Alles Liebe, Sigrid

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  2. Hallo Edyta,
    da hast Du eine klasse Rezept gefunden. So richtig urig und gut. So was wird hier bei uns in Hessen auch sehr geschätzt. Bei uns sind die Kartoffeln im Gusstupf gerührt, in einem alten REzept meiner Oma. Dein Rezept werde ich gerne ausprobieren, mögen wir doch Kartoffeln sehr gerne und das sieht super lecker aus. Noch einen schönen Tag und liebe Grüße
    Ingrid

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  3. Liebe Sigrid, am liebsten würde ich mich in der Zeit versetzen und durch die Welt reisen, um zu schauen wie es alles früher war. Und dann abends wieder zu Hause auf dem Sofa landen :-) Danke für Deinen netten Kommentar.
    Liebe Grüsse, Edyta

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  4. Liebe Ingrid, die alten Rezepte von Oma sind die besten. Danke für Deinen netten Kommentar und alles Liebe.
    Edyta

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